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Metris
Die virtuelle E-mail-Kommunikation schafft, ähnlich wie in der Ära der Schreibmaschine, typografische Einschränkungen, da das E-mail-System in seiner Systemstruktur keine unterschiedlichen Font-Spezifikationen ermöglicht. Es wird dadurch eine visuelle Standardisierung erzeugt, da sich das System auf eine automatische Übernahme der Font-Spezifikationen des Empfängers ausrichtet, wodurch jedes übertragene Email den gleichen visuellen Output erhält.
Metris ist das Resultat eines Experiments, eine Schrift zu kreieren, die sich den typografischen Beschränkungen des E-mail-Systems widersetzt. Das Konzept basiert auf der Idee, eine "virtuelle" Schrift zu entwickeln, die sich in das E-mail-System einfügt bzw. die mit dem E-mail-System kooperiert. Es wurden Lettern aus diversen Alternates, also ASCII Zeichen, die in allen Standard-Fonts enthalten sind, erstellt. Auf diesem Weg ist es nun möglich, ein gesamtes Alphabet zu kreieren, daß in seiner Erscheinung im übertragenen Output gleich bleibt. Die visuelle Erscheinung der Schrift weist starke archaische Bezüge zu frühen Schriftzeichnungen aus dem Altertum auf, was den gesamten Prozess wie eine Verschiebung der Zeit erscheinen lässt.
Deshalb wurde das Konzept weiterentwickelt, woraus letztlich der digitale (physische) Font Metris entstanden ist. Die grundlegende Basis der Schrift ist formal eine Reflexion der ursprünglichen Email Schriftkonstruktion, als eine exakte Übernahme, um den Anspruch zu bewahren, Metris mit einem vollständigen Schriftsatz zu versehen.
Die Gestaltung und Konstruktion jedes einzelnen Zeichens erhalten das ursprüngliche Konzept, allerdings orientiert sich die Struktur von Metris an der des klassischen Aufbaus. Der leicht kursive Schliff von Metris zieht eine klare Linie zwischen der "virtuellen" Schrift und dem "physischen" Font.
Metris ist eine umfassende Display Familie, bestehend aus drei Schnitten Book, Medium und Bold, dazu gehörigen Kapitälchen für alle Schnitte, einer Anzahl von Ligaturen und verflechtenden Ornamenten.
Metris © Yvonne Diedrich Typography, 1999/2000
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